Schulprofil Inklusion
Fördercampus Unterhaching
Das Leitbild Inklusion prägt den Erziehungs- und Bildungsauftrag unserer Schule und die Zusammenarbeit innerhalb des Kollegiums. In enger Kooperation mit der Hachinger Tal Schule soll die Weiterentwicklung des Landkreises zu einem inklusiven Landkreis gemeinsam als Fördercampus mitgestaltet und gefördert werden.
Ausgehend von der idealen Lage zweier Förderschulen mit angeschlossenen weiteren Einrichtungen auf einem Gelände entstand in den letzten Jahren die Idee und zugleich die Vision des Fördercampus Unterhaching. Dieser Vision folgend entschieden die beiden Schulfamilien, sich gemeinsam für das Schulprofil Inklusion zu bewerben.
Der Campus besteht aus zwei Förderschulen mit individuellen Identitäten: zum einen unsere Thea Diem Schule (Förderzentrum mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung) und zum anderen die Hachinger Tal Schule (Sonderpädagogisches Förderzentrum mit den Förderschwerpunkten Lernen, Sprache und emotional-soziale Entwicklung). Beide Schulen haben eine eigene Schulvorbereitende Einrichtung (SVE). Ebenfalls auf dem Gelände befinden sich die Heilpädagogischen Tagesstätten für Geistige Entwicklung und emotional-soziale Entwicklung der Lebenshilfe München. Durch die gemeinsame Nutzung desselben Geländes können räumliche Trennungen aufgehoben und gemeinsam genutzte Flächen geschaffen werden. Die räumliche Nähe vereinfacht Kooperationen zwischen Personal und Schülerschaften und erleichtert Übergänge zwischen den Schularten. Getreu dem Credo des Leitfadens „Profilbildung inklusive Schule“ – „Inklusion durch eine Vielfalt schulischer Angebote“ – trägt der Fördercampus genau zu dieser Vielfalt bei.
Für Erziehungsberechtigte von Kindern und Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf sowie für die allgemeinen Schulen im Landkreis bietet der Campus eine verlässliche Partnerschaft, um inklusive Ziele gemeinsam umzusetzen. Ratsuchende können unabhängig vom Förderschwerpunkt auf ergebnisoffene Beratung zur Inklusion und professionelle sonderpädagogische Begleitung bei deren Umsetzung setzen.
Die Qualitätsmanagementprozesse umfassen für uns klare Kommunikationswege der Förderzentren untereinander, die Benennung der jeweiligen Ansprechpartnerinnen und -partner, ein abgestimmtes Vorgehen im Landkreis sowie die stetige Weiterentwicklung kooperativer und gemeinsamer Angebote in Beschulung und Beratung.
Stärkung der Inklusion im Landkreis durch Vernetzung und Öffentlichkeitsarbeit
Nach dem Motto „Inklusive Bildung kann nur gemeinsam gelingen“ wurde und wird der Kontakt mit den allgemeinen Schulen im Landkreis intensiviert. Als Schulen mit dem Schulprofil Inklusion wollen wir die Weiterentwicklung des Landkreises zum inklusiven Landkreis mitgestalten und unterstützen.
Inklusion im Vorschulalter - MSH
Die Sonderschullehrkraft der Mobilen Sonderpädagogischen Hilfe (MSH) der Thea Diem Schule kann noch nicht schulpflichtige Kinder mit stark erhöhtem Förderbedarf in der Kindertagesstätte vor Ort inklusiv unterstützen. Zielgruppe des Angebots sind von Behinderung bedrohte Kinder oder Kinder mit umfassenden Entwicklungsstörungen zwischen drei und sechs Jahren. In diesem Alter ist in der konkreten Förderarbeit eine klare Zuordnung beziehungsweise Abgrenzung der einzelnen Förderschwerpunkte oftmals noch nicht möglich, da die Persönlichkeitsentwicklung eines Kindes nicht additiv, sondern stets komplex vernetzt und ganzheitlich verläuft. Aufgaben der MSH sind die Förderung der Entwicklung der Kinder, die Beratung der Eltern sowie der Erzieherinnen und Erzieher zum Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung und die Zusammenarbeit mit den anderen Fachdiensten. Damit die MSH der Schule tätig wird, sollte die Kindertagesstätte, die das Kind besucht, einen Antrag auf Beratung stellen.
Inklusion im Schulalter - MSD
Durch den Mobilen Sonderpädagogischen Dienst (MSD) der Thea Diem Schule werden Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung betreut, die in unserem Schulsprengel wohnen, aber eine andere Schulart wie zum Beispiel eine Grund- oder Mittelschule als Inklusionsschülerinnen oder -schüler besuchen.
Erfahrene Lehrkräfte des Förderzentrums fahren an diese Schulen und unterstützen das dortige Kollegium mit ihrem sonderpädagogischen Know-how, indem sie zum Beispiel für den Unterricht und den Umgang mit den inkludierten Kindern und Jugendlichen beratend zur Seite stehen, über die Behinderung informieren, diagnostische Grundlagen für die Förderplanerstellung schaffen, Schulbegleiterinnen und Schulbegleiter anleiten oder Fortbildungen organisieren. Angestrebt wird die bestmögliche soziale Teilhabe der Schülerin beziehungsweise des Schülers in ihrem gewohnten Umfeld und die Unterstützung der jeweiligen Schule.
Die Lehrkräfte des Mobilen Sonderpädagogischen Dienstes stehen auch für die Bedürfnisse und Anliegen der Eltern der Kinder und Jugendlichen in Einzelinklusion zur Verfügung und können zum Wohl der Schülerin oder des Schülers zwischen allen am Erziehungs- und Bildungsprozess Beteiligten vermitteln.
Partnerklassen
Wir bieten im Grundschulstufenbereich die Möglichkeit zu einer Beschulung in zwei Partnerklassen mit Offenem Ganztag in der Aychsteter Grundschule Sauerlach an. Hier findet in bestimmten Fächern und Projekten der Unterricht gemeinsam mit einer Klasse aus der Grundschule statt. So begegnen sich Kinder mit und ohne Behinderung ganz selbstverständlich.
Zwei weitere Partnerklassen in den Räumlichkeiten der Hachinger Tal Schule innerhalb unseres Fördercampus machen die enge Kooperation unserer beiden Schulen auch hier lebendig.
Seit dem Schuljahr 2023/24 bieten wir außerdem eine Beschulung in einer Partnerklasse in der Mittelschule Oberhaching an.
Inklusive Zusammenarbeit mit der LMU München: Seminar und Praktikum
Seit dem Schuljahr 2021/22 besuchen unsere Schülerinnen und Schüler der Berufsschulstufe im Winter- und Sommersemester gemeinsam mit Sonderpädagogik-Studierenden des Förderschwerpunkts Geistige Entwicklung ein inklusives Seminar an der LMU München. Unter der Leitung von Prof. Dr. Peter Zentel sind Schülerinnen und Schüler unserer Schule und Studierende gleichsam Lernende.
Seit dem Schuljahr 2023/24 bietet der Lehrstuhl für Pädagogik bei geistiger Behinderung einschließlich inklusiver Pädagogik ein Praktikum für Schülerinnen und Schüler unserer Schule an. Dies umfasst einerseits die Mitarbeit in der sogenannten Nashornwerkstatt (Ausgabe von Materialien an Studierende, Botengänge, Sortieren, Aufräumen von Material und Unterstützung bei der Vorbereitung eines Montessori-Seminars direkt im Anschluss) und andererseits die Mitarbeit in einer Forscherinnen- und Forschergruppe sowie weitere abwechslungsreiche Arbeiten wie zum Beispiel das Drucken mit dem lehrstuhlinternen 3-D-Drucker und vieles mehr.
Weiterführende Links zum Thema Inklusion
https://schulamt.landkreis-muenchen.de/beratung/inklusion/
https://schulamt.landkreis-muenchen.de/beratung/inklusion/inklusionsberatungsstelle/